Unsere Samlerkabinette


Abbildung: Frank-W. Blache

Sammlerkabinett

DUX!

50 Jahre Spielzeugproduktion der Firma Markes & Co. als Zeitzeuge der Industriegeschichte

noch bis März 2020

 

Anhand der Spielzeugproduktion der Firma Markes & Co. soll in der Ausstellung gezeigt werden, wie Ideenreichtum und Innovationen eine Firma in Jahrzehnten politisch und ökonomisch wechselvollen Zeiten, in Höhen und Tiefen, bestehen lassen konnte. Die Erfahrung mit der Spielzeugproduktion bei Markes begann schon in den ruhigen Zeiten des deutschen Kaiserreichs mit der Zulieferung von Stanzteilen für den „Stabil“ Baukasten der Berliner Firma Walther. Parallel zum Aufstieg des Dritten Reichs begann 1932 mit den Flugzeugbaukästen die eigenständige Spielzeugproduktion. Der Schwiegersohn des Firmengründers Carl Markes, Dr.-Ing. Gustav Boehme war der Initiator. Zum Beginn der 1930er Jahre waren die Materialressourcen noch zahlreich. Anfänglich war es kein Problem genügend Metall für die Produktion zu beschaffen. Erst gegen Ende der 1930er Jahre wurde Metall in erhöhtem Maße für die Rüstungsindustrie benötigt. Trotzdem gelang die Markteinführung eines Autobaukastens, als Fortführung der Flugzeugbaukästen, für den, in Originalgröße begehrten, Mercedes SSK. Von diesen heute seltenen Exemplaren können einige, dank einer spezialisierten Sammlergemeinschaft, in der Show gezeigt werden. Nach der Produktionsunterbrechung am Anfang der 1940er Jahre konnte die Spielzeugfertigung zum Ende des Jahrzehnts wieder aufgenommen werden. Die neuen Produkte, hauptsächlich wieder Autobaukästen, aber in einem anderen Maßstab und einer gänzlich anderen Technik, bildeten den Hauptbestandteil. Vielen Sammlern ist die Marke DUX hauptsächlich über diese Baukastenautos bekannt. Das DUX Kino spielt die zweite tragende Rolle beim Spielzeug von Markes & Co.  Bereits in den 1930er Jahren entwickelt, wurden in Material und Technik stark überarbeitete Geräte in die Kinderzimmer gebracht. Dokumentiert wird auch die Umstellung auf Plastikspritzguss in den 1960er Jahren. Viele Faktoren spielten eine Rolle beim langsamen Niedergang des Spielzeugs Made in Germany. Z. B. waren Importe aus Japan durchschnittlich billiger, der Markt größer und damit auch die Konkurrenzprodukte zahlreicher. Bei Markes & Co. erkannte man die Zeichen der Zeit, beendete die Spielwarenproduktion 1982/ 83 und konzentrierte sich wieder ausschließlich auf die Herstellung von Kugellagern, Stanz -und Tiefziehteilen. Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt über die umfassende Spielzeugproduktion von Markes & Co. Der Zweck des Sammlerkabinetts wurde wieder dadurch erfüllt, dass mehrere Leihgeber die Gelegenheit nutzten und Exemplare aus ihren Sammlungen der interessierten Öffentlichkeit zur Ansicht gestellt haben.

 

 

Gefördert von der Stiftung der Sparkasse Hanau