Unsere Ausstellungen


Sammlerkabinett

 

Hans Happ

Laufende Pferde

und andere „Spielereien“

 

noch bis 19.2.2023

 

Für unser neues Sammlerkabinett sind die drei Kurator:innen Doris und Gerhard Schulz-Wahle sowie Frank-W. Blache in unsere eigenen Sammlungen gestiegen. Aus den großen Beständen, die das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum noch in den Depots verwahrt und leider immer nur begrenzt zeigen kann, haben Sie sich ein Konvolut aus dem Nachlass des Künstlers und „Spielzeugerfinders“ Hans Happ ausgewählt. Das Museum hatte bereits 2004 eine Ausstellung zu Hans Happ gezeigt und im Anschluss einen größeren Bestand zum Geschenk erhalten. Nun haben sich die drei Kurator:innen den Bestand im Detail angesehen, ihn näher untersucht, zum Teil restauriert und sich mit einigen Einzelstücken genauer beschäftigt. Dabei konnten sie ein paar erstaunliche neue Erkenntnisse gewinnen: „Hans Happ revisited“ sozusagen.

 

In neuem Glanz erstrahlt nun nicht nur der bezaubernde Bestand zu Hans Happ, sondern auch unser Sammlerkabinett. Die alten Vitrinen wurden aufgefrischt und die dunkleren Unter- und Hintergründe bringen die wunderschönen Holz- und Papierobjekte fast magisch zum Leuchten.

 

Der Schwerpunkt des Sammlerkabinetts liegt auf einem spezifischen Objekt: einem Spielzeugpferd, das den echten Gang eines Pferdes ausführen kann. Es ist wahrscheinlich die bekannteste Erfindung von Hans Happ, auch wenn wohl fast niemand weiß, dass Barbie und Ken seit Jahren auf ihr durch die Gegend reiten. Dank einer großzügigen Spende konnte das Museum eine der fertigen Endprodukte der Firma Hausser aus Coburg im Originalkarton ankaufen. So können wir nun in der Ausstellung den gesamten Entwicklungsprozess vom Entwurf bis zur Serienproduktion zeigen. Ursprünglich zur Erbauung der Kinder gedacht, experimentierte Hans Happ über Jahre mit der ihm eigenen Fingerfertigkeit an dem Pferd, bis der Viertaktgang und alles andere lebensecht funktionierte. 

 

Neben dem Pferd, sind viele weitere bewegliche Spielzeugobjekte aus dem Schaffen Hans Happs zu sehen. Oft hat er den Werkstoff Holz gewählt, wie ursprünglich bei dem Pferd, bevor Hausser zu Kunststoff überging. So entstanden Vögel mit schlagenden Flügeln, Waschfrauen oder Schlangen. Einen großen Raum nahmen seine Arbeiten in Papier bzw. dünner Pappe ein. Sie sind nach einem eigenen System voll beweglich und zum Teil auch in 3D geschaffen, wie zum Beispiel „Der Trinker“ oder das „Segelboot“.  Um die ganze Faszination der beweglichen Objekte erleben zu können, wurde eine „Medienstation“ installiert, die diese Spielzeuge in Bewegung zeigt. 

 

Frühe Bilder die Hans Happ in jugendlichem Alter Jahren malte, sollen von seinem großen Talent zeugen und bleiben als Einzelwerke zu sehen. Happ war später auch zeitweise Lehrer am Frankfurter Städel-Institut. Doch mit Blick auf sein gesamtes Werk wird deutlich, dass er als Künstler seine größte Freude und Kreativität offenbar beim „Austüftlern“ beweglicher Objekte – und wenn man so will – Spielzeuge entfaltete. 

 

Die zur ursprünglichen Ausstellung 2004 erstellte Broschüre ist in weiten Teilen noch immer eine sehr umfangreiche Werkschau. Sie wurde mit vielen Informationen aktualisiert und mit einem anspruchsvollen „Bastelbogen“ ergänzt. Sie kann im Museumsshop für 6,50€ erworben werden.

 

Das Museum dankt den ehrenamtlichen Kurator:innen und dem Restaurator Doris Schulz-Wahle, Frank-W. Blache und Gerhard Schulz-Wahle für Ihr großes Engagement, ihre Kennerschaft und Liebe zu unseren Objekten.

 

Wir danken der Stiftung der Sparkasse Hanau für die Unterstützung unserer Sammlerkabinette.

 

Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Museumsteam


Bildnachweist: Illustratorin Susanne Szesny, aus: Kristina Hoffmann-Pieper, Hans Jürgen Pieper,Bernhard Schön, Spectaculum.Kinder spielen Mittelalter, 2013.

 

Ritter, Burgen, schöne Fräulein

Wie das Mittelalter ins Kinderzimmer kam und sich bis heute darin hält.

noch bis Ende April 2023

 

Eltern und Großeltern können gemeinsam mit Ihren Kindern oder Enkeln in Erinnerungen schwelgen und sich den spannenden Fragen widmen, die in der Ausstellung aufgeworfen werden.

Wann der erste Spielzeugritter durch ein Kinderzimmer ritt, wissen wir nicht. Aber sicher ist, dass Ritter, Burgen und schöne Fräulein schon lange wichtige Wegbegleiter von Kindern und Jugendlichen sind. Wahrscheinlich spielt das Mittelalter bereits seit der Herausbildung eines eigenen Lebensabschnitts „Kindheit“ und der damit einhergehenden kommerziellen Herstellung von Spielzeug seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert eine Rolle. Bis heute hat es seine Faszination nicht verloren, aber was verbinden Kinder (und Erwachsene) heute mit einer mittelalterlichen Stadt oder den sagenhaften Gestalten des englischen Hochmittelalters?

Es geht in der Ausstellung um Mythen und Sagen, Spielzeug und Spiele, Bücher und Comics sowie Figuren und Filme, die alle auf ihre Art in den vergangenen 200 Jahren das Bild vom Mittelalter mitprägten. Mit Holzschwertern, Pfeil und Bogen konnten sich schon vor 200 Jahren Kinder in mittelalterlichen Rollenspielen üben, solche „Waffen“ finden sich bis heute im Angebot vieler Museumsshops und nicht zuletzt bei Faschingsausstattungen. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts dienten Zinnfiguren und Burgmodelle – oft selbst gebaut – zur spielerischen Imitation von Belagerungen und Schlachten im Kleinformat. Im 20. Jahrhundert wurden sie von Aufstellfiguren aus Gips- oder Leimmischungen, seit den 1950er Jahren dann aus Kunststoff abgelöst. In den mittelalterlichen Welten herrschen Ritter, Burgen und Schlachten vor, es geht oft um Gut und Böse – Mädchen und Frauen tauchen in dieser Mittelalterwelt zwar zunehmend, aber immer noch in verschwindend geringer Zahl auf.

Das Mittelalter mit seinen scheinbar klaren Verhältnissen, den Helden und der – durchaus umstrittenen – Gewalt bietet auf jeden Fall den hohen Unterhaltungswert einer fernen Welt, die in den letzten Jahren durch neue mythische oder Fantasy-Elemente erweitert wurde (Herr der Ringe, Harry Potter, Drachenburgen) und auch vor der Zukunft nicht Halt macht (Star Wars, Lego Nexo Knights).

Zur Ausstellung erschien auch ein reich bebildertes Begleitbuch sowie ein buntes Museumsprogramm.

 

 


Es rattert, dampft und schnauft …

Spielzeugeisenbahnen

 

noch bis Ende Mai 2023

 

Gezeigt wird die Entwicklung der „Spielzeugeisenbahn“ vom einfachen Spielzeug hin zum Modell, bei dem auch die Anzahl der Nieten stimmt. 

Es geht über alle Spurweiten von 1 bis Z und alle namhaften Hersteller von dampf-, uhrwerk- und elektrisch betriebenen Eisenbahnen.  Auch die „Schiebeeisenbahn“ vom Bodenläufer bis Brio kommt nicht zu kurz. 

Auf den Dampf im Museum werden wir mit Rücksicht auf unsere Rauchmelder leider verzichten müssen.

Weitere Themen sind die Entwicklung der Geschwindigkeit vom Adler bis zum ICE und besondere deutsche Züge wie den ersten TEE, den Airport Express, den Fliegenden Hamburger, den Rheingold, den Henschel-Wegmann-Zug oder die LBE.

Von unserem Partnermuseum Warabekan in Tottori kam der Shinkansen „Hikari“ in Blech als Geschenk. Er passt nahtlos in die Präsentation von „Kaufhauseisenbahnen“.

Doch nicht alles ist hinter Glas. Regelmäßige Schau-und Spieltage in der „Wilhelmsbader Regenpromenade“ laden zum Staunen und Mitmachen ein. An den Märklin H0-Tagen können sie gerne ihre Schätze aus dem Keller holen und bei uns Dampf (analog) machen.

An einigen Abenden werden wir sie abends bei einem Glas Sekt und spannenden Geschichten im Orient-Express mitnehmen.

Die Ausstellung wird ermöglicht durch viele Sammler, die, koordiniert durch unseren Kurator Frank-W. Blache, ihre wertvollen Exponate zur Verfügung stellen. Besonders freuen wir uns über die Kooperation mit dem Spielzeughaus Freinsheim, das über eine große Bing Sammlung verfügt.

Die Ausstellung läuft in Variationen bis Herbst 2022. Termine für Fahrbetrieb, Mitmachtage und Sonderaktionen finden sie unter www.HPuSM.de sowie auf unseren Profilen auf facebook oder instagram.

Steigen sie ein und träumen sie ihre unerfüllten Kinderwünsche – oder setzen Sie die Kinder aufs klimaverträgliche Gleis…

 

Zur Ausstellung erschien eine Begleitbroschüre mit zahlreichen farbigen Abbildungen, die auch als ergänzender Führer durch die Ausstellung dient. Sie kann für 5,- €, über das Museum bezogen werden per Email an info@HPuSM.de