Ausstellungsarchiv

 

 

 

 

Die Y-Bahn

 

beendet 

 

 

 

 

Eine hölzerne Modellbahn aus dem Berlin der 1920er Jahre

Eine Spielzeugeisenbahn aus den 1920er Jahren aus Holz, ist keine Besonderheit.

Aber eine Modellbahn aus Holz?

Modellbahn heißt: Möglichst nah am Vorbild und eine maßstabgerechte Verkleinerung.

Das war zu jener Zeit, in der man überzeugt war, dass auch die  Spielzeugeisenbahn aus Metall sein sollte. Möglichst aus dünnem Blech, dem sogenannten Weißblech. Damit ließen sich schon sehr viele maßstabsgerechte Details unterbringen.

Eine kleine Eisenbahn aus dem Werkstoff Holz kann also nur eine Spielzeugeisenbahn für Kinder gewesen sein.

Wie die Ausstellung zeigen wird, ist das ein Irrtum.

Wir haben es hier mit einer echten Modell- und auch noch Systembahn zu tun. Systembahn heißt in diesem Fall, sie war beliebig erweiterbar. Das ermöglichte ein einheitliches Gleissystem mit Weichen und Kreuzungen, dass den Bau ausgedehnter Gleisbilder zuließ.

Im Laufe der Zeit wurde das Rollmaterial erweitert und der Bau von Zubehör, wie Bahnhöfen und Lokschuppen, begonnen. Natürlich auch aus Holz. Zum Ende der Herstellung wurden maßstäbliche Modelle in Spur 0 gebaut, welche anspruchsvolle Modellbahner begeisterten.

In der einschlägigen Literatur wird die Existenz der Bahn in nur wenigen Fällen erwähnt. Ohne den begeisterten Sammler aus Erfurt, Herrn Wagenknecht, wäre die Bahn wahrscheinlich auch nie aus der Versenkung gekommen. So stellt die Ausstellung die erste wirkliche Möglichkeit dar, sich über diese einmalige Modelleisenbahn zu informieren.

Hersteller: Paul Schröder / Modellspielwaren in Berlin

 

Zur Ausstellung gibt es eine Begleitbroschüre mit zahlreichen farbigen Abbildungen, die auch als ergänzender Führer durch die Ausstellung dient. Sie kann für 5,- €, über das Museum bezogen werden oder per E-mail an info@HPuSM.de

 


Sammler- Kabinett 

 

Feuerwehren 

aus der Sammlung Heisterkamp

 

 

2021- Februar 2022

"Mit Blaulicht und Tatü Tata"

Die Feuerwehr die ist jetzt da

Für alle, die schon immer Feuerwehrfrau/ Feuerwehrmann werden wollten, soll die Ausstellung gemacht sein.

 

Der Beruf hat wohl auch heute noch eine besondere Faszination. Genauso oft wie Feuerwehrfrau/ Feuerwehrmann wollten die Jugendlichen, da aber eher die Jungen auch Lokführer werden und etwas später wäre man gern Pilot geworden.

 

Das waren alles Wunschträume, die selten Realität wurden., und so kann man in dieser Ausstellung den Träumen nachhängen, die man vielleicht einmal gehabt hat.

 

Die meisten Exponate kommen aus einer Sammlung, die einem Mann der Feuerwehr gehören. Vielleicht ein Mann, dessen Traum bzw. Berufswunsch in Erfüllung gegangen ist. Die Ausstellung zeigt in etwa die Entwicklung der technischen Ausstattung der Feuerwehrfahrzeuge. Es ist nachzuvollziehen, wie sich aus der einfachen Stehleiter über die Drehleiter die fahrbare, ausziehfähige Leiter von beachtlicher Höhe entwickelt hat. Genauso kann von der Handpumpe über die Pumpe mit Dampfantrieb bis zu modernen Spritzenwagen, sofern sie im Modell darstellbar sind, die Entwicklung verfolgt werden.

 

Die Ausstellung beschränkt sich ausschließlich auf Spielzeug. Hier und da wird auch etwas Zubehör, zum Beispiel ein Feuermelder gezeigt. Feuerwehrspielzeug hat eine lange Tradition, denn es wurde schon früh, also mindestens seit der Mitte des 19ten Jahrhunderts produziert. Das älteste in der Ausstellung gezeigte Objekt ist eine Handdruckspritze, die um 1830 von der Firma Maria Catharina Büchner hergestellt worden ist.

 

 


Cowboys und Indianer - Werden und Wandel von Kinderzimmerhelden

2019-2020

Über 150 Jahre waren Indianer und Cowboys ein wichtiger Teil der Kinderwelt. Spielfiguren und Comics, Pfeil und Bogen sowie Spielzeugrevolver und nicht zuletzt die Romane Karl Mays fanden sich in jedem Zimmer von Kindern und Jugendlichen, zumindest im deutschsprachigen Raum. Es ist ausgesprochen bemerkenswert und einmalig, dass eine historische Entwicklung auf einem anderen Kontinent – dem Norden Amerikas – eine solche Bedeutung in der Kinderwelt Deutschlands bekam und heute weitgehend aus ihr verschwunden ist.

 

Die Ausstellung geht den Spuren der Indianer und Cowboys im Kinderzimmer nach und fragt nach ihren Ursachen und vielfältigen Ausprägungen. Dabei geht es um Zinnfiguren, Elastolin-Indianer und Playmobil-Cowboys, um die Shows von Buffalo Bill und die Völkerschauen Hagenbecks. Weit verbreitet waren die Erzählungen von Friedrich Gerstäcker und die Lederstrumpf-Romane, unter Jugendlichen beliebt und von Erwachsenen abgelehnt die spannenden Heftromane mit Wildwest-Geschichten. Nicht wegzudenken sind natürlich die Erzählungen Karl Mays mit Winnetou und Old Shatterhand. Was noch in den 1950er Jahren „Cowboyfilme“ waren, wurde in den 1960er Jahren zum „Western“. Nun gab es sie auch im neuen Medium als Fernsehen: „Bonanza“ mit den Cartwrights und „Rauchende Colts“ waren fester Bestandteil des familiären Unterhaltungsalltags. Überraschend erfolgreich wurden in den 1960er Jahren auch die Karl-May-Verfilmungen mit Pierre Brice und Lex Barker und lösten einen beispiellosen Starkult aus.

 

Immer mehr drang nun in die kritische Öffentlichkeit, wie unrealistisch das lange gepflegte Bild des „Wilden Westens“ war und wie das historische Schicksal der Indianer sowie ihre aktuelle Lebenssituation wirklich waren. Auch in der Kinderwelt klärten nun Sachbücher darüber auf. In der DDR wurden die Indianer bereits seit den 1960er Jahren in Romanen und Filmen als Verfolgte und Verlierer der nordamerikanischen Geschichte dargestellt. In den letzten Jahren sind sie aus den Spielzeuggeschäften verschwunden. Nur noch der freundliche Indianerjunge Yakari und Lucky Luke, der Cowboy, der schneller als sein Schatten schießt, sowie einige Freilufttheater mit Karl-May-Aufführungen erinnern an eine vergangene Kinderwelt.

 

Zur Ausstellung erscheint ein reich illustriertes Begleitbuch mit elf Beiträgen zum Thema (14,90 Euro)